Plötzliche Gesichtslähmung


Auch „harmlose“ Ursache möglich
Plötzliche Gesichtslähmung

Ein hängender Mundwinkel, plötzlich erschlaffte Gesichtsmuskeln – Symptome, die sofort an einen Schlaganfall denken lassen. Doch nicht immer steckt eine gefährliche Erkrankung dahinter.

Bei plötzlicher Gesichtslähmung immer zum Arzt

Eine plötzlich auftretende, halbseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur muss immer zeitnah abgeklärt werden. Im schlimmsten Fall weist sie auf einen Schlaganfall hin, in manchen Fällen liegt hingegen nur eine idiopathische Fazialisparese zugrunde. Im Gegensatz zu einem Schlaganfall ist diese weniger akut und bildet sich in der Regel innerhalb weniger Wochen bis Monate vollständig zurück. „Bei der idiopathischen Fazialisparese kommt es typischerweise zu einem hängenden Mundwinkel sowie gelegentlich auch Missempfindungen in Bereich der gleichen Wange“, berichtet Prof. Dr. Gereon Nelles vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). „Oftmals ist das Schließen des Augenlids nicht vollständig möglich und es können Geschmacksstörungen auftreten sowie seltener eine Überempfindlichkeit gegenüber Schall.“

Behandlung: Arznei und Krankengymnastik

Ursächlich für eine idiopathische Fazialisparese ist eine zeitweise Funktionsstörung des Gesichtsnervs, hervorgerufen etwa durch eine Überreizung oder Entzündung des Nervs. Um die Rückbildung der Lähmung zu fördern, empfehlen viele Mediziner die Einnahme von entzündungshemmenden Mitteln. Unterstützend wirken krankengymnastische Übungen, die nach vorheriger Anleitung selbst vor einem Spiegel durchgeführt werden können. Ist der Lidschluss nicht mehr komplett ausführbar, helfen künstliche Tränen, die Augen vor dem Austrocknen zu bewahren.

Quelle: Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN)

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